24/7 – Vanlife mit dem Partner

Wir leben zusammen – wir sind die besten Freunde – wir sind Partner – wir sind unsere Helden – wir sind Hundeeltern – wir sind Reisende die ihre Beziehung plötzlich ganz neu definieren müssen.

Denn eine Beziehung im Vanlife ist nicht mit einer „3 Zimmer Mietwohnung – Beziehung“ zu vergleichen.

Zu Anfang macht man sich wirklich kaum Gedanken darüber. Zu Anfang geht es wenn überhaupt um die grundlegenden Dinge: Wie gehe ich auf Toilette, wo schneide ich mir die Fußnägel und wo verstecke ich mich falls ich einen Futterflash bekomme.

Must Have 1: Toleranz

Du wirst an deinem Partner Verhaltensweisen kennenlernen von denen du vorher (manchmal glücklicherweise) gar nichts wusstest. Auf einmal fällt dir alles auf: Wieviel Kaffee er trinkt, was seine wirklichen Essgewohnheiten sind, wie sein Verdauungsrythmus gestrickt ist und wie oft er die Socken wechselt.

Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Der springende Punkt ist und bleibt jedoch: Komm damit klar, und beginne in manchen Fällen einige Dinge einfach zu übersehen. Das mag für viele von uns einen unfassbaren Lernprozess ankurbeln, da wir immer wieder den Drang haben alles zu kommentieren und zu korrigieren, vor allem wenn man es nicht verstehen und ausstehen kann.

Aber: Entspann dich. Ruf dir immer wieder in Erinnerung, dass die Person die grade neben dir sitzt und dich zu Weißglut treibt die Person ist, mit der du die, möglicherweise, schönsten Momente deines Jahres erlebst.

Must Have 2: Die Fähigkeit zu Streiten

Streiten ist wichtig. Vor allem wenn man auf so engem Raum, so lange Zeit miteinander zusammenlebt muss sich das Gewitter ab und an entladen um danach den Sonnenschein zurück zu bringen.

Wichtig dabei: Seid fair und zeigt Verständnis. Hört zu und streitet in einer angemessenen Lautstärke. Mein Geheimtipp: Anfassen! Sobald ihr merkt es brodelt und ihr möchtet eurer Wut freien Lauf lassen, schnappt euch die Hand ( oder sonst was) von eurem Partner, schaut ihn an und legt los. Haltet die positive Verbindung während der heißen Phase – dann ebbt sie schneller wieder ab.

Kleiner Tipp: Falls ihr einen Hund mit auf Tour habt. Lasst ihm seinen Raum um sich während einer Auseinandersetzung zurückziehen zu können. Vor allem etwas sensiblere Vierbeiner vertragen es überhaupt nicht gut wenn sie mitten in der Gewitterwolke eingeschlossen sind.

Must Have 3: Teamwork und Routine

In einem kleinen Van lebt es sich nicht leicht. Wie zum Beispiel können noch nicht einmal aufrecht stehen, wenn der eine in der Küche abwäscht, kommt der andere ohne etwas quetschen nicht an ihm vorbei.

Dementsprechend ist eine Morgen – und Abendroutine unerlässlich um ein Chaos und damit wieder Streit zu provozieren. Ich muss zugeben – bei uns hat es sich noch lange nicht wie gewünscht eingependelt, aber es funktioniert. In der Früh: Kaffe machen, Zähne putzen, Steffi geht mit dem Hund, Basti baut das Bett um, Steffi räumt auf, Basti macht das Auto abfahrbereit. Dazu kommen ganz viele kleine Steps, die das ganze spannend mache: Erst wenn das Bett umgebaut ist kommt man an einen Teil der Kleidung, das Hundekörbchen muss unter das Bett, die Bettwäsche wieder nach vorne und das alles so, dass sich die 8 Füße nicht gegenseitig auf den Füßen rumtrampeln.

Am Abend dasselbe in grün 😉

Schön ist es wirklich wenn die Dinge einfach irgendwann passieren ohne das man noch großartig drüber reden muss und es wie Nut und Feder einfach ineinanderfällt.

Must Have 4: Raum geben

Das das im wahrsten Sinne des Wortes nur im seltensten Fall funktioniert ist klar. Aber Fakt ist: Jeder braucht mal seine 5 Minuten für sich. Jeder macht trotz gemeinsamen Vanlifes gerne die Dinge, die er halt gerne macht. Bei Basti ist es zum Beispiel im Ruhe den Tartort oder eine Doku schauen – manchmal auch einfach Schiffe oder Flugzeuge beobachten. Bei mir ist es lesen, mich mit dem Hund beschäftigen oder Freunden und Familie schreiben.

Dafür muss Zeit gefunden werden – sonst wird man launisch. Und dafür muss der Partner Verständis haben. Ob der eine bei guten Wetter nun draußen sitzt und der andere drinnen, der eine Kopfhörer beim Online streamen trägt oder der andere am Strand sitzt und liest. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Fazit:

Vanlife verändert.

Nicht nur einen selbst, sondern auch die Person mit der man reist und das, was man gemeinsam lebt. Flexibel, tolerant und aufmerksam sein ist so unfassbar wichtig, damit das Schönste was man sich im Leben wünschen kann nicht zerbricht.

Schriftzug_dasKleineGlueckImLeben

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